Einjährige Blühstreifen
Temporär
mittlerer Aufwand
Sie können einjährige Blühstreifen jedes Jahr auf einer anderen Fläche aussäen.
Voraussetzungen
Streifenbreite und -länge:
linear & flächig, mind. 5 x 10 m, 2 x so lang wie breit
Standort- und Bodenbeschaffenheit:
Trocken bis frisch
- Besonnt
Kosten, Saatgutkosten:
50 - 100 €/ha reine Saatgutkosten. zzgl. jährliche Bearbeitung 300 - 500 €/ha. zzgl. Bodenbearbeitung
Maschinelle Voraussetzungen:
Grubber
Fräse
Drillmaschine
Mäher
Schlegler oder Häcksler
- Walze
Umsetzungszeitraum:
März-Mitte April, max. Ende April
Umsetzung
Schritt-für-Schritt Anleitung:
Standortwahl
Geeignet sind Standorte:
- in der freien Feldflur
- entlang besonnter Seiten von Hecken, Baumreihen, Waldrändern
Weniger geeignet sind Standorte:
- mit Problembeikräutern wie Quecke, Ackerkratzdistel etc., hier nur nach besonders guter Bodenvorbereitung!
Nicht geeignet sind Standorte:
- die dauerhaft nass sind
Größe: mind. 5 x 10 m breit, muss 2 x so lang wie breit sein
- linear & flächig bis 20 % vom Ackerschlag, max. 2,5 ha, ein höherer Anteil wird nicht vergütet
- je breiter der Streifen, umso wirksamer die Maßnahme (schlechtere Chancen für Prädatoren)
Aussaattermin
Die Aussaat sollte erfolgen, sobald es die Witterung zulässt; spätestens bis Ende April.
- in Regionen mit starker Frühjahrstrockenheit möglichst bis Mitte April
Saatgutauswahl
Standortangepasste Saatgutmischung mit mind. 6 Pflanzenarten
- je artenreicher die Mischung, desto höher die positiven ökologischen Effekte
Saatgutbestellung
- Bestellung frühestmöglich aufgeben (lange Lieferzeiten möglich)
- Ansaatmenge ca. 10 kg/ha (mischungsabhängig)
- Aufmischung mit Füllstoff (Sojaschrot oder gequetschter Mais) auf ca. 50 – 100 kg/ha (Gesamtaufwandmenge, kann fertig aufgemischt bei den Firmen bestellt werden) -> um Entmischung zu vermeiden, für eine gleichmäßige Ausbringung
Saatgutkosten ca. 50 – 100 €/ha
Bezugsquellen:
Saatbettvorbereitung
Eine gründliche Bodenbearbeitung (Stoppelbearbeitung, Fräsen, Grubbern) zur Herstellung eines feinkrümeligen Saatbetts für Feinsämerei (wie Ackerfutteransaat oder Grünland) ist vorbereitend durchzuführen.
Aussaat
Ausschlaggebend für eine erfolgreiche Ansaat:
- Saatgut FLACH ausbringen (Lichtkeimer)
- NICHT eindrillen sondern nur „aufrieseln“
-> die hellen Stücke des Füllstoffes müssen oben aufliegend zu sehen sein - Striegel + Säschare hoch!
Anwalzen
…ist wichtig für einen guten Bodenschluss der Lichtkeimer.
Pflege
Schritt-für-Schritt Anleitung:
Pflegeschnitt
Bei starkem Auftreten von Begleitkräutern oder -gräsern kann ein hoher Pflegeschnitt erfolgen.
- Richtwert für die Schnitthöhe: 20 cm
- Allgemein gilt: So wenig wie möglich, aber so viel wie nötig
Hinweise
- Keine Anwendung von Pflanzenschutzmitteln und Düngemitteln mit Stickstoff
- Sperrzeit: Während der Brut- und Setzzeit vom 01.04.-30.06. gilt ein Mahdverbot
- Auf mind. 30 % des Blühstreifens sollte eine Winterruhe eingehalten werden. Es sollte erst ab dem 15. Februar des Folgejahres umgebrochen werden. Die übrigen Flächen können ab dem 15. Oktober umgebrochen werden
- Die Streifen sollten möglichst lange bestehen bleiben, da sie auch im Herbst und Winter wertvolle Rückzugs- und Nahrungsräume darstellen
Ökologische Wirkung
Artenreiche einjährige Blühstreifen fördern die Artenvielfalt und bereichern die Landschaft. Sie bieten Nahrungs- und Bruthabitate sowie Deckung für viele Tierarten in unserer Kulturlandschaft. Im Gegensatz zu mehrjährigen Blühstreifen/ -flächen haben sie jedoch geringere Standzeiten und können von weniger Tierarten als Pollen- und Nektarquelle genutzt werden.
Artenvielfalt
Artenreiche einjährige Blühstreifen werden von verschiedenen, weniger spezialisierten, Insektenarten, wie Honigbienen, als Pollen- und Nektarquelle genutzt. Samenfressende Vögel, wie z. B. Stieglitze und Grünfinken, nutzen gerne das Angebot an Sonnenblumenkernen.
Weiterführende Informationen
Merkblatt Einjährige Blühstreifen, Hochschule Anhalt
“Blühstreifen/-flächen auf Ackerland (Ökoregelung 1b)“, LfL Bayern
Möglichkeiten der Optimierung einjähriger Blühstreifen für blütenbesuchende Insekten. (Graebener, 2021)