Erbsenfenster

temporär

geringer Aufwand

Voraussetzungen

Streifenbreite und -länge:

mind. 1600 m²

Standort- und Bodenbeschaffenheit :

  • trocken bis frisch
  • bevorzugt besonnt

Kosten:

Ertragsverlust

Maschinelle Voraussetzungen:

keine zusätzlichen

Umsetzungszeitraum:

zeitgleich mit der Bestellung des Ackerschlags sowie im folgenden Frühjahr

Umsetzung
Schritt-für-Schritt Anleitung:

Standortwahl

Geeignet sind

  • ackerbauliche Gunststandorte mit dichtem Bestand
  • Schläge mit Wintergetreide oder Raps
  • 100m Mindestabstand zur höheren Strukturen, wie Gehölze und Gebäude, sowie Straßen und Wege
  • das Erbsenfenster sollte möglichst zwischen Bewirtschaftungsspuren angelegt werden oder max. von einer Bewirtschaftungsspur durchquert werden 

 

Nicht geeignet sind

  • Standorte mit Problembeikräutern wie z.B. Quecke oder Ackerkratzdistel

 

Größe

  • Mind. 1600 m²

Umsetzung

  • Aussparung des Erbsenfensters bei der Aussaat des Wintergetreides oder Raps‘
  • Einsaat mit Erbsen oder Ackerbohnen im März des Folgejahres
  • Verzicht auf Dünger und Pflanzenschutzmittel in den Erbsenfenstern 
  • Bis zum 15. August müssen die Fenster ungestört bleiben. Danach ist mulchen und/oder
    grubbern erlaubt. Eine Überführung in die nachfolgende Zwischenfrucht ist möglich.
  • Die Standorte der Fenster können jährlich variieren.
  • Es wird ein Fenster pro 5 ha angelegt.

 

Erbsenfenster im Mai, zwischen zwei Bewirtschaftungsspuren, Copyright © Foto: K. Schneider
Junge Erbsen auf dem Erbsenfenster, Copyright © Foto: K. Schneider

Rotation mit Feldvogelstreifen

  • Erbsenfenster werden jeweils für ein Jahr in Winterkulturen, z. B. im Weizenfeld, angelegt. Da der Weizen jährlich auf einem anderen Feld des Landwirtschaftsbetriebes angebaut wird, wechselt die Lage der Erbsenfenster ebenfalls jährlich. Um trotzdem ein kontinuierliches Nahrungs- und Brutplatzangebot für die Feldvögel anzubieten, können im nächsten Jahr auf diesem Schlag Feldvogelstreifen angelegt werden.
Erbsenfenster und Feldvogelstreifen in der Feldflur um Niederndodeleben 2023, Copyright © Foto: Stiftung Kulturlandschaft Sachsen-Anhalt
Erbsenfenster und Feldvogelstreifen in der Feldflur um Niederndodeleben 2024, Copyright © Foto: Stiftung Kulturlandschaft Sachsen-Anhalt

Ökologische Wirkung

Erbsenfenster bieten reichlich Nahrung (Blattläuse, Triebspitzen der Erbse) für Feldvögel, wie Lerche und Wiesenschafstelze, über deren gesamte Brutperiode (April bis August): „So nisten Feldlerchen bevorzugt in niedrigerer Vegetation, die über die ganze Fortpflanzungsperiode nur durch verschiedene Kulturen mit unterschiedlichen Wachstumszeiten bereitgestellt werden kann. Die jungen Erbsenpflanzen bieten nicht nur alternative Nistflächen im dichten Wintergetreide, sondern ermöglichen Feldlerche und Schafstelze nach der Ernte der umgebenen Hauptkultur eine Zweit- oder Drittbrut. Die Erbsenfenster zeigen daher im Durchschnitt etwa sechsmal so viele Vögel wie die angrenzenden Winterungen, was insbesondere auf ihre Beliebtheit bei Feldlerchen und Schafstelzen zurückzuführen ist. “ (F.R.A.N.Z Zwischenbilanz 2023).

Darüber hinaus stellen sie auch Nahrung und Deckung für Feldhasen und Feldhamster. Ein weiterer Vorteil dieser Maßnahme für eine Vielzahl von Bewohnern der Ackerlandschaft ergibt sich aus der Tatsache, dass die Erbsenfenster deutlich länger stehen bleiben als das umliegende Getreide. In dieser Zeit stellen sie wertvolle Rückzugräume und ein länger verbleibendes Nahrungsangebot zu Verfügung.

Erbsenfenster im Juli, Copyright © Foto: K. Schneider
Erbsen-Blattlaus, Copyright © Foto: Wu Gee-way Lin commons.wikimedia.org
Feldlerche, Copyright © Foto: Marton Berntsen commons.wikimedia.org
Wiesen-Schafstelze, Copyright © Foto: Stephan Sprinz commons.wikimedia.org
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