Feldvogel-streifen

temporär

geringer Aufwand

Voraussetzungen

Streifenbreite und -länge:

mindestens 12 m breit, höchstzulässige Breite 36 m

Standort- und Bodenbeschaffenheit :

  • trocken bis frisch
  • bevorzugt besonnt

Kosten:

Ertragsverlust

Maschinelle Voraussetzungen:

keine zusätzlichen

Umsetzungszeitraum:

Februar – Juli/Oktober

Umsetzung
Schritt-für-Schritt Anleitung:

Standortwahl

Geeignet sind

  • Maisschläge
  • 100m Mindestabstand zur höheren Strukturen, wie Gehölze und Gebäude, sowie Straßen und Wege

Nicht geeignet sind

  • Standorte mit Problembeikräutern wie z.B. Quecke oder Ackerkratzdistel

Größe

  • mindestens 12 m breit, höchstzulässige Breite 36 m

Umsetzung

  • vorgezogene Bodenbearbeitung der Maisfläche bis zum 31. März
  • Aussaat von Sommergetreide in doppeltem Reihenabstand ab März, Ausssaat von Mais auf dem umgebenden Schlag im April – Mai
  • Verzicht auf Rodentizide, Herbizide und Insektizide auf dem Streifen, mechanische Unkrautbekämpfung nur nach naturschutzfachlicher Abwägung
  • Nach dem 31. Juli kann der Streifen geerntet werden, keine Ganzpflanzenernte, Stoppelbrache über den Winter oder Umbruch ab 15. Oktober
  • Rotation von Jahr zu Jahr mit der Fruchtfolge
  • bei großen Schlägen Anlage von mehreren Streifen

 

Feldvogelstreifen im April, Copyright © Foto: K. Schneider
Feldvogelstreifen im Juni, Copyright © Foto: K. Schneider
Feldvogelstreifen mit doppeltem Saatreihenabstand im Juli, Copyright © Foto: K. Schneider
Blick zwischen die Getreidereihen im Juli, Copyright © Foto: K. Schneider

Rotation mit Erbsenfenstern

  • Feldvogelstreifen werden  jeweils für ein Jahr in Maisschlägen angelegt. Da der Mais jährlich auf einem anderen Feld des Landwirtschaftsbetriebes angebaut wird, wechselt die Lage der Feldvogelstreifen ebenfalls jährlich. Um trotzdem ein kontinuierliches Nahrungs- und Brutplatzangebot für die Feldvögel anzubieten, können im nächsten Jahr auf diesem Schlag Erbsenfenster angelegt werden.
Erbsenfenster und Feldvogelstreifen in der Feldflur um Niederndodeleben 2023, Copyright © Foto: Stiftung Kulturlandschaft Sachsen-Anhalt
Erbsenfenster und Feldvogelstreifen in der Feldflur um Niederndodeleben 2024, Copyright © Foto: Stiftung Kulturlandschaft Sachsen-Anhalt

Ökologische Wirkung

Feldvogelstreifen sind besonders für die Bedürfnisse der Feldlerche zugeschnitten. Feldlerchen brüten am Boden und benötigen dafür lichte Wiesen, Äcker oder Brachen mit reichem Insektenangebot und freier Sicht, um Feinde zu erspähen. Wo diese Bedingungen erfüllt sind, brüten sie von April bis August mit zwei bis drei aufeinanderfolgenden Bruten. Seit 1970 sind die Bestände der Feldlerche in Deutschland um bis zu 90 Prozent zurückgegangen. Das liegt am Verschwinden der Wiesen und Brachen und daran, dass auf den Feldern vor allem Kulturen (Mais, Raps, Wintergetreide) wachsen, die im Sommer zu hoch und zu dicht für eine Feldlerchenbrut sind. Daher ist in vielen Regionen nur noch eine Brut der Feldlerche im Frühjahr möglich, wenn die Ackerkulturen noch niedrig und lückig sind. Dies reicht aber nicht aus, um die Feldlerchenpopulation stabil zu erhalten. In Feldvogelstreifen finden die Feldlerchen geeignete Bruthabitate bis in den Sommer hinein.

„Die Relevanz von Strukturvielfalt auf landwirtschaftlich genutzten Flächen wird auch durch die starke Nutzung von Feldvogelstreifen durch Feldlerchen deutlich. Im Vergleich zu Mais, aber auch Mais-Stangenbohnen-Gemenge, konnten fast fünfmal mehr Feldlerchen auf den Feldvogelstreifen beobachtet werden.“  (F.R.A.N.Z Zwischenbilanz 2023)

Feldvogelstreifen bieten aber auch für weitere Tiere der Feldflur geeignete Brut- bzw. Nahrungsangebote, so z. B. für die Wiesenschafstelze, die Grauammer, den Feldhamster und den Feldhasen. Für den Feldhamster sind sie förderlich, da sie es erlauben, Jahre mit einer für diese Art ungünstigen Feldfrucht zu überleben bzw. sie als Leit- und Verbindungslinien zu geeigneteren Feldern zu nutzen. Zudem erfolgt auf den Flächen ein später Stoppelsturz erst ab dem 15.10., wodurch die Attraktivität dieser Streifen als Nahrungshabitate für den Feldhamster unterstützt wird. Die Feldvogelstreifen können zudem zur Biotopvernetzung beitragen und die Besiedlung weiterer Ackerflächen unterstützen, da sie wegen des späten Stoppelumbruchs lange Zeit eine gute Deckung für den Feldhamster bieten.

Feldlerche auf Maisfeld, Copyright © Foto: Hans-Jörg Hellwig commons.wikimedia.org
Feldhamster, Copyright © Foto: Erich Greiner

Weiterführende Informationen

Der Feldvogelstreifen ist eine Maßnahme, die im F.R.A.N.Z-Projekt (2016-2026) entwickelt wurde. Sie ist bisher nicht in Förderprogrammen verankert. In Sachsen-Anhalt wird sie aber von der Stiftung Kulturlandschaft Sachsen-Anhalt erfolgreich als Ausgleichs- und Ersatzmaßnahme zur Förderung von Feldvögeln eingesetzt. 

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